Blutegeltherapie

Kleine Tiere mit großer Wirkung....
Von den mehr als 600 Egelarten weltweit ist nur eine therapeutisch verwendbar: Der Hirudo medicinalis.
Beim Biss des Egels wird der hochwirksame Speichel (Saliva) abgegeben. Dieser Speichel enthält über 20 wirksame Stoffe (u.a. das namens gebende Hirudin), die für die therapeutische Wirkung mit verantwortlich sind.
Die Behandlung mit Blutegeln hat eine entzündungs- und gerinnungshemmende Wirkung, fördert die Durchblutung, ist Schmerzlindernd und fördert den Lymphfluss.

Die Behandlung

Das "Andocken" des Egels ist ungefähr mit dem Stich einer Mücke zu vergleichen. Das eigentliche Saugen ist schmerzfrei. Oft dösen die zu behandelnden Tiere während des Saugvorgangs vor sich hin.
Ein Blutegel saugt (je nach Größe) 20-40 ml Blut. Gleichzeitig wird der Speichel in den Patienten gegeben, der sich bis zu 10 cm in das umgebende Gewebe verteilt. Es kommt zu einer verbesserten Durchblutung und zum Abtransport von Entzündungsfaktoren und Schlackestoffen.
Die Saugzeit eines Egels beträgt zwischen 20 und 60 min; in seltenen Fällen auch bis zu 2 Stunden. Ist der Egel gesättigt, lässt er sich von allein fallen. Durch die Wunde fließt etwa die gleiche Menge beim Nachbluten ab. Das Nachbluten der Wunde ist erwünscht und sollte nicht durch Abbinden der Wunde verhindert werden.
Blutegel sind sensible Lebewesen, die nicht "anbeißen", wenn das Fell oder das Blut ihres Wirtes einen für sie unangenehmen Geruch hat. Antiparasitenmittel sollten daher je nach Wirkdauer einige Tage bis Wochen vor der Blutegelbehandlung abgesetzt werden. Ebenso ist auf alle anderen stark riechenden Mittel wie z.B. Shampoos zu verzichten.

eine Blutegeltherapie ist sinnvoll bei:

Seit 2008 ist der Blutegel ein zulassungspflichtiges Fertigarzneimittel und darf nur bei nicht-lebensmittel-liefernden Tieren angewendet werden.
Ich verwende ausschließlich Blutegel der Bibertaler Blutegelfarm, die ein großes Qualitätssicherungssystem betreiben.

Hier können Sie sich ein Bild über die Zucht und Haltung der Egel machen.

Eine Blutegelbehandlung verträgt sich gut mit anderen Therapieformen und kann begleitend oder auch als alleinige Therapie eingesetzt werden. Dies ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung.
Auch werden innere Organe wie Herz, Leber und Niere nicht belastet, sodass eine Blutegeltherapie auch bei älteren Tieren angewendet werden kann.
Bestimmte Krankheiten (wie z.B. Diabetes mellitus) und einzelne Medikamente können jedoch die Blutgerinnung beeinträchtigen. Erkrankungen sowie die Einnahme von Medikamenten müssen daher vor einer Blutegelbehandlung dem Therapeuten mitgeteilt werden.