Häufige Fragen

Welche Krankheiten können mit Homöopathie behandelt werden?

Wie sieht es mit dem Placeboeffekt aus?

Können alle Tierarten homöopathisch behandelt werden?

Wie werden homöopathische Arzneimittel geprüft?

Was sind Komplexmittel?

Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

Was bedeuten die Unterschiede bei den Potenzen?

Welche Krankheiten können mit Homöopathie behandelt werden?

Prinzipiell können fast alle akuten und chronischen Erkrankungen homöopathisch behandelt werden. (Ausnahme: Unfälle und Erkrankungen, die eine Operation erfordern sowie melde- und anzeigepflichtige Erkrankungen, deren Behandlung dem Tierheilpraktiker gesetzlich verboten ist).
Wie auch in der Schulmedizin ist der Erfolg auf Heilung umso größer, je eher die Krankheit homöopathisch behandelt wird.
Aber auch bei chronischen und schulmedizinisch austherapierten Erkrankungen kann mit Homöopathie noch Besserung erreicht werden.
Nebenwirkungen einer Dauermedikamention können mit Hilfe der Homöopathie gelindert und die Genesung nach Operationen unterstützt werden.
Bei Verhaltensproblemen kann eine homöopathische Behandlung die Verhaltenstherapie unterstützen und in einigen Fällen sogar erst ermöglichen.

Wie sieht es mit dem Placeboeffekt aus?

Immer wieder mal werden Artikel veröffentlich mit der Behauptung, die Wirkung homöopathischer Therapien beruhe auf dem Placeboeffekt.
Kleine Studien, in denen z.B. die Wirkung eines homöopathischen Mittels bei Kopfschmerzen mit der Wirkung von vermeintlichen Schmerzmitteln (Placebos) verglichen wird, kommen zu dem Ergebnis, dass die Schmerzlinderung in der Placebogruppe genau so groß sei, wie in der Gruppe, die ein homöopathisches Mittel eingenommen hat.

Tatsache Nr.1 aber ist, dass das homöopathische Mittel in solchen "Studien" nicht individuell nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt wurde.
Daher ist ein Ausbleiben der Schmerzlinderung nicht verwunderlich, weil das Mittel einfach nicht passt.
Zudem läge das Ziel der homöopathischen Behandlung darin, dass der Patient dauerhaft keine Kopfschmerzen mehr bekommt.
Schmerzmittel verhindern nur, dass Schmerz vom Gehirn wahrgenommen wird. Die Störung, die dahinter liegt, wird nicht behandelt. Deshalb kehren Kopfschmerzen auch immer wieder.

Tatsache Nr.2 ist, dass Tiere nicht auf Placebos ansprechen. Ein Placeboeffekt wird durch die Erwartungshaltung hervorgerufen, dass es dem Patienten durch das "Medikament" besser gehe.
So weit können Tiere aber nicht denken. Wenn dem so wäre, würden sich nicht alle Tiere so vehement gegen die Eingabe von Medikamenten zur Wehr setzen und alle Tierbesitzer würden aufatmen.
In der Regel werden die homöopathischen Mittel (sehr kleine, geschmacklose Kügelchen) auch im Futter "versteckt", sodass das Tier gar nicht bemerkt, dass es ein Medikament bekommen hat.

Auch die Behauptung der Placeboeffekt wirke mittels Stimmungsübertragung des Halters auf den Hund, ist nicht richtig, denn leider sind die meisten Tierbesitzer mehr als skeptisch und beginnen eine homöopathische Behandlung als "letzten Versuch", weil es ja "wohl nicht schaden kann" und die Schulmedizin auch keine Besserung gebracht hat.

All diese Gründe widerlegen somit den Placeboeffekt.

Können alle Tierarten homöopathisch behandelt werden?

Grundsätzlich können alle Tierarten homöopathisch behandelt werden.
Die Wirkung der homöopathischen Mittel wurde an gesunden Menschen getestet, (die dem Prüfer erzählt haben, wie es ihnen bei der Einnahme des Mittels ging.)
Nichtsdestotrotz kann Homöopathie aber auch erfolgreich bei Tieren eingesetzt werden. Der Tierhomöopath muss deshalb in der Lage sein, die Verhaltenssymptome der jeweiligen Tierart korrekt zu interpretieren.
Zusätzlich sind aber auch die Beobachtungen, die der Tierhalter an seinem Tier feststellt, wichtig.
Nur der Besitzer weiß natürlich, ob - und falls ja - wie sich sein Tier seit der Krankheit verändert hat. Liegt es z.B. trotz kalten Wetters auf Fliesen? Dann scheint Kälte zu bessern. Oder zeigt es nach dem Aufwachen größere Schmerzen? Dann scheint Ruhe die Krankheit zu verschlimmern.
Bei Tieren, die nicht in engem Sozialkontakt zum Menschen leben (z.B. Zootiere) ist daher die homöopathische Behandlung bedeutend schwieriger aber auch nicht unmöglich.

Wie werden homöopathische Arzneimittel geprüft?

Wir kennen heute die Symptome von über 2500 homöopathischen Mitteln. Die Prüfung aller homöopathischen Mittel erfolgt seit über 200 Jahren auf die gleiche Weise an gesunden Männern und Frauen und wird als Arzneimittelprüfung bezeichnet.
Eine Arzneimittelprüfung an Tieren gibt es nicht, denn Tiere können uns nicht erzählen, was sie empfinden.

Bei einer Arzneimittelprüfung nehmen die Prüflinge wiederholt ein homöopathisch potenziertes Mittel ein und notieren alle Symptome, Befindlichkeiten und Stimmungsschwankungen, die sie in Folge an sich selbst beobachten. Natürlich wissen die Prüflinge nicht, um welches Mittel es sich handelt.
Manche Prüflinge bemerken schon nach wenigen Einnahmen veränderte Symptome an sich; andere müssen das gleiche Mittel sehr lange nehmen, bevor sie etwas bemerken und es gibt auch sehr unempfindliche Prüflinge, denen keinerlei Veränderungen auffällt.
Die Symptome aller Prüflinge werden sorgfältig notiert und in so genannten Repertorien gesammelt. (Repetere: Lat: wieder finden)

An dieser Stelle möchte ich davor warnen, gut gemeinte Tipps von Freunden und Bekannten, aus Foren, von Hundeplätzen, aus Laienliteratur usw. einfach zu übernehmen und auszuprobieren.
Denn durch die tägliche Gabe eines homöopathischen Mittels in der immer gleichen Potenz, können neue Symptome hervorgerufen werden, die das Tier zuvor nicht hatte.
Nach einer Woche fangen z.B. die Augen an zu tränen, der Hund bekommt Durchfall oder wird plötzlich ungehorsam.
Das Tier hat unbemerkt eine Arzneimittelprüfung durchgemacht.
Leider werden diese neuen Symptome aber nicht mit der Gabe des homöopathischen Mittels in Verbindung gebracht. Meist wird das Tier dann dem Tierarzt vorgestellt oder es wird erneut auf eigene Faust ein weiteres Mittel verabreicht, bis das Tier eine Vielzahl an Symptomen aufweist, die sich keiner erklären kann.

Sorgfältig durchgeführte Arzneimittelprüfungen an gesunden Menschen dagegen sind nicht schädlich, denn der Prüfer kann das Mittel jederzeit weglassen, sodass die Symptome daraufhin verschwinden.

Was sind Komplexmittel?

Bei Komplexmitteln handelt es sich um eine Mischung von bis zu 30 einzelnen homöopathischen Arzneien in verschiedenen Potenzen.
Nach der Schrotschussmethode (eines wird schon passen) werden sie nach feststehenden Indikationen (Krankheiten) und mit feststehenden (meist mehrmals täglichen) Dosierungen verordnet.
Dabei ist weder die Anwendung noch die Dosierung homöopathisch. Zwar ist die Einzelwirkung jeden einzelnen Mittels bekannt, doch können sich homöopathische Mittel auch gegenseitig beeinflussen, sodass sich die Wirkung verändert.
Von bestimmten homöopathischen Mitteln ist auch bekannt, dass sie sich nicht vertragen. Dennoch befinden sich diese feindlichen Mittel oft zusammen in einem Komplexmittel.
Für eine korrekte Anwendung von Komplexmitteln müsste die Wirkweise dieser Mischungen zuvor durch eine homöopathische Arzneimittelprüfung festgestellt werden. Dies geschieht leider nicht.

Die Verordnung von Komplexmittel hat mit klassischer Homöopathie nichts zu tun.

Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?

Homöopathie wird oft als sanfte Therapiemethode bezeichnet. Wird sie korrekt und von erfahrenen Therapeuten angewandt, ist diese Aussage auch richtig.
Allerdings gibt es immer mehr Broschüren, die Laien dazu ermuntern, sich selbst und auch ihre Tiere selber homöopathisch zu behandeln.
Wie bereits in der Erläuterung zur Arzneimittelprüfung erwähnt, erzeugt jedes Mittel Symptome. Das ist der Grundgedanke der Homöopathie. Ein Mittel, dass keine Symptome erzeugt, wäre kein homöopathisches Arzneimittel.
Wird das falsche Mittel in der immer gleichen Potenz einem kranken Tier gegeben, erzeugt es neben den bereits vorhandenen Krankheitszeichen noch weitere Symptome, statt eine Linderung zu bringen.

Was bedeuten die Unterschiede bei den Potenzen?

Jedem, der einmal ein Fläschchen eines homöopathischen Mittels in der Hand gehalten hat, ist bestimmt aufgefallen, dass hinter dem Mittelnamen noch ein Buchstabe und eine Zahl stehen – die Bezeichnung der Potenzierung.
Mit Potenzierung ist die unterschiedliche Verdünnung und Verschüttelung eines Mittels gemeint.
Homöopathische Mittel gibt es in D, C- und Q-Potenzen.

Für eine D-Potenz wird das Mittel im Verhältnis 1:10 (1 Teil Urtinktur + 9 Teile Alkohol) verdünnt und dabei 10x verschüttelt.

D1: 1 Teil Urtinktur + 9 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
D2: 1 Teil D1 + 9 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
D3: 1 Teil D2 + 9 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
Usw.

Für eine C-Potenz wird das Mittel im Verhältnis 1:100 (1 Teil Urtinktur + 99 Teile Alkohol) verdünnt und dabei 10x verschüttelt.

C1: 1 Teil Urtinktur + 99 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
C2: 1 Teil C1 + 99 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
C3: 1 Teil C2 + 99 Teile Alkohol zehnmal verschütteln
Usw.

Für eine Q-Potenz wird das Mittel im Verhältnis 1:50.000 (1 Teil Urtinktur + 49.000 Teile Alkohol) verdünnt und dabei 100x verschüttelt.

D1: 1 Teil Urtinktur + 49.000 Teile Alkohol hundertmal verschütteln
D2: 1 Teil D1 + 49.000 Teile Alkohol hundertmal verschütteln
D3: 1 Teil D2 + 49.000 Teile Alkohol hundertmal verschütteln
Usw.

Diese Potenzierung wird immer weiter fortgesetzt. Es gibt homöopathische Mittel bis zur 50.000-fachen Potenzierung.

D-Potenzen werden fast ausschließlich in Deutschland verwendet. Hahnenmann selber hat mit D-Potenzen nicht gearbeitet, sondern mit C- und mit Q-Potenzen.

Niedrige D-Potenzen haben fast keinerlei homöopathische Wirkung.
In der Laienliteratur wird daher empfohlen, mehrmals täglich einige Globuli davon zu nehmen. Diese Mittel haben so gut wie keine Übereinstimmung mit dem Patienten denn die Empfehlungen erfolgen meist aufgrund von klinischen Diagnosen.
Was da wirkt, ist die Substanz an sich, ähnlich der Schulmedizin oder der Phytotherapie.

Eine bestimmte Potenz muss immer individuell für den Patienten gewählt und angepasst werden.