Geschichte der Homöopathie

Bereits Paracelsus (1493-1541) erkannte den Grundgedanken der Homöopathie, dass ein Stoff das, was er erzeugt, auch heilen kann.
Doch erst Hahnemann (1755-1843) entwickelte den Gedanken weiter und entwickelte daraus eine eigenständige Heilmethode mit eigenen Gesetzen, die bis heute unverändert gelten und erfolgreich angewendet werden.

Hahnemann war der Sohn eines Porzellanmalers und interessierte sich schon früh für Chemie und Biologie. Er begann ein Medizinstudium, dass er sich mit Übersetzungen alter medizinischer Schriften finanzierte.
Nach dem Studium arbeitete er als Hausarzt, Apotheker und in Spitälern, war jedoch immer mit den schlechten Heilerfolgen dort unzufrieden.
Zur damaligen Zeit herrschte die Ansicht, dass die Körpersäfte (Blut, Schleim und Galle) bei einer Krankheit "vergiftet"/verdorben seien. Daher ließ man Kranke zur Ader, verordnete Schwitz- und Schröpfkuren, Klistiere und flößte ihnen Brechmittel ein, um so alles Schädliche und Verdorbene aus dem Körper zu entfernen.
Anstatt gesünder, wurden die Patienten daraufhin immer schwächer und verstarben.

Frustriert zog sich Hahnemann aus dem Arztberuf zurück und verdiente sich weiter als Übersetzer medizinischer Abhandlungen und Schriften.
Dabei stieß er auf ein Arzneimittelbuch von William Cullen, in dem Cullen die heilende Wirkung von Chinarinde beschrieb, die damals kurativ bei Wechselfieber (Malaria) gegeben wurde.
Obwohl er selber völlig gesund war, nahm er in einem Selbstversuch dieses Mittels ein und entwickelte all die Symptome, an denen auch ein Malariakranker leidet. Diese fieberhaften und malariaähnlichen Zustände dauerten 2-3 Stunden und verschwanden dann allein. Nahm er das Mittel erneut, kamen auch die gleichen Symptome wieder.

Das war die Geburtsstunde der Homöopathie.

Durch die Möglichkeit dieses neuen Heilansatzes ermutigt, prüfte Hahnemann weitere Mittel und nahm seine Tätigkeit als Arzt wieder auf, um seine Patienten nach dem Ähnlichkeitsprinzip zu behandeln.
Aber auch jetzt noch war die Behandlung für den Patienten beschwerlich, denn einige Mittel waren in ihrer Ursubstanz unverträglich und hatten teilweise starke Nebenwirkungen, manche waren sogar giftig.
Daher begann Hahnemann die Mittel zu verdünnen. Mit jeder Verdünnung ließ aber auch die ursprüngliche Arzneikraft des Mittels nach. Er forschte weiter und begann die Mittel zusätzlich mit jedem Verdünnungsschritt zu verschütteln, das heißt er schlug das Mittel kräftig gegen ein ledernes Buch. Die Arzneikraft des Mittels verstärkte sich daraufhin anstatt abzunehmen.
Durch Verdünnung entstand also nicht automatisch ein wirksames homöopathisches Arzneimittel. Erst durch Verreiben und Verschütteln der Ausgangssubstanz konnte sich die ganze Kraft entfalten.
Dieses Verdünnen kombiniert mit Verschütteln wird als Potenzierung bezeichnet.

In der Folgezeit prüfte Hahnemann an sich selbst, seiner Familie und Freunden immer weitere Mittel und notierte akribisch alle Symptome, die dabei auftraten.
Nach 6 Jahren Forschung veröffentlichte er dann 1796 den Grundsatz der Homöopathie:
"Similia similibus currentur" - Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden.

In den folgenden Jahren entwickelte Hahnemann diese Heilmethode ständig weiter und veröffentlichte 1810 das "Organon der Heilkunst", ein Lehrbuch nach dem sich auch heute noch alle klassisch arbeitenden Homöopathen richten.

Die Arzneimittelprüfungen die Hahnemann begonnen hat, werden auch heute noch weitergeführt, sodass es mittlerweile mehr als 2500 Substanzen gibt, von denen Homöopathen wissen, wie sie wirken.